GEG 2024: Welche Regeln das Heizungsgesetz für WEGs einführte
Hinweis zur aktuellen Rechtslage: Dieser Beitrag blickt auf die mit dem GEG 2024 eingeführten Heizungsregelungen zurück. Seit dem 29. Juli 2026 gelten wesentliche Änderungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Informationen zu den heute geltenden Regeln finden Sie in unserem Beitrag „Gebäudemodernisierungsgesetz: Was WEGs und Hausverwaltungen wissen müssen“.
Mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes zum 1. Januar 2024 wurde die Wärmeversorgung von Gebäuden stärker auf erneuerbare Energien ausgerichtet. Für Wohnungseigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen standen dabei vor allem drei Fragen im Mittelpunkt: Wie lange durften bestehende Gasheizungen weiterlaufen? Welche Vorgaben galten beim Heizungstausch? Und welche Rolle spielte die kommunale Wärmeplanung? Dieser Beitrag fasst die damaligen Regelungen zusammen.
Die wichtigsten Informationen zum Gebäudeenergiegesetz und den Auswirkungen für Energiehaus Kund*innen haben wir für Sie zusammengefasst:
Kern der als „Heizungsgesetz“ bekannten Novelle war die Vorgabe, neu eingebaute Heizungen grundsätzlich mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme zu betreiben.
Diese Anforderung galt ab Januar 2024 zunächst für Neubauten in Neubaugebieten. Für Bestandsgebäude und Neubauten außerhalb von Neubaugebieten sah das Gesetz längere Übergangsfristen vor. Eine allgemeine Pflicht, funktionierende Heizungen sofort auszutauschen, wurde damit nicht eingeführt.
Das GEG 2024 verknüpfte die Vorgaben für den Heizungstausch im Bestand mit der kommunalen Wärmeplanung. Sie sollte Eigentümern Orientierung geben, ob vor Ort beispielsweise ein Wärmenetz oder eine dezentrale Versorgung infrage kam.
Für die Anwendung der 65-Prozent-Vorgabe im Bestand waren ursprünglich folgende Stichtage vorgesehen:
Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohner
Nach dem 30. Juni 2026
Gemeinden bis einschließlich 100.000 Einwohner
Nach dem 30. Juni 2028
Diese Fristen sollten auch dann greifen, wenn bis dahin kein Wärmeplan vorlag. Eine frühere Anwendung war möglich, wenn die zuständige Stelle auf Grundlage eines Wärmeplans ein Wärme- oder Wasserstoffnetzausbaugebiet auswies. Der Wärmeplan allein löste die Pflicht nicht aus.
Die Wärmeplanung war außerdem keine Garantie für einen späteren Netzanschluss. Als strategische Planung begründete sie keinen Anspruch auf eine bestimmte Versorgung.
Das Gesetz schrieb keine einzelne Heiztechnologie vor. Um die Anforderungen zu erfüllen, kamen unter bestimmten Voraussetzungen unterschiedliche Lösungen infrage:
Anschluss an ein Wärmenetz
elektrische Wärmepumpe
Biomasseheizung, beispielsweise eine Pelletheizung
solarthermische Anlage
Hybridheizung, etwa eine Wärmepumpe mit ergänzendem Gaskessel
Stromdirektheizung unter zusätzlichen Voraussetzungen
Heizungen mit geeigneten erneuerbaren Brennstoffen
Auch andere technische Lösungen waren möglich, wenn die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen nachgewiesen wurde. Für wasserstofffähige Gasheizungen galten besondere Bedingungen an die künftige Netzinfrastruktur.
Das GEG 2024 bedeutete kein pauschales Einbauverbot für Gasheizungen. Während der Übergangszeit durften in Bestandsgebäuden weiterhin neue Gas- und Ölheizungen installiert werden, die die 65-Prozent-Vorgabe noch nicht erfüllten.
Für solche Anlagen sah die damalige Regelung grundsätzlich steigende Anteile erneuerbarer Brennstoffe vor:
Vorgesehener Mindestanteil an der erzeugten Wärme
Ab 1. Januar 2029
15 Prozent
Ab 1. Januar 2035
30 Prozent
Ab 1. Januar 2040
60 Prozent
Vor dem Einbau einer mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betriebenen Heizung war zudem eine Beratung vorgeschrieben. Dabei sollten unter anderem die Wärmeplanung und wirtschaftliche Risiken durch steigende CO₂-Kosten berücksichtigt werden.
Diese Angaben beschreiben die Regelungen des GEG 2024. Für heutige Investitionsentscheidungen ist die aktuelle Rechtslage maßgeblich.
Nein. Bestehende Heizungen durften grundsätzlich weiter betrieben und bei einem Defekt repariert werden. Die neue 65-Prozent-Vorgabe richtete sich insbesondere auf den Einbau neuer Anlagen.
Unabhängig davon bestanden bereits gesetzliche Betriebsverbote für bestimmte ältere Heizkessel. Die häufig genannte Grenze von 30 Jahren galt deshalb nicht pauschal für jede Gasheizung. Unter anderem waren Niedertemperatur- und Brennwertkessel davon ausgenommen.
Für Wohnungseigentümergemeinschaften mit Etagenheizungen enthielt das GEG 2024 besondere Informations- und Entscheidungsverfahren.
Die Gemeinschaften mussten bis zum 31. Dezember 2024 Informationen über die dezentralen Heizungsanlagen und die Wärmeverteilung einholen. Dazu gehörten beispielsweise Art, Alter, Zustand und Leistung der Anlagen.
Für die Entscheidung über die künftige Wärmeversorgung sah das Gesetz nach dem maßgeblichen ersten Heizungstausch grundsätzlich eine Frist von fünf Jahren vor. Bei einer beschlossenen Umstellung auf eine zentrale Heizungsanlage konnte sich die Umsetzungsfrist um höchstens acht weitere Jahre verlängern. Die Anwendung hing von den gesetzlichen Voraussetzungen und dem jeweiligen Einzelfall ab.
Damit wurde die langfristige Heizungsplanung zu einer wichtigen Gemeinschaftsaufgabe: Einzelne Austauschentscheidungen sollten mit der Wärmeversorgung des gesamten Gebäudes abgestimmt werden.
Eine allgemeine Pflicht, bestehende Erdgasheizungen kurzfristig auf Wasserstoff umzurüsten, sah das GEG 2024 nicht vor.
Wasserstoff war eine mögliche Erfüllungsoption unter besonderen Voraussetzungen. Die Bezeichnung „H₂-ready“ allein reichte dafür nicht aus. Erforderlich waren unter anderem verbindliche Planungen für die Umstellung des örtlichen Gasnetzes.
Der Rückblick zeigt, wie eng technische, wirtschaftliche und gemeinschaftliche Entscheidungen beim Heizungstausch zusammenhängen. Für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften ist eine belastbare Bestandsaufnahme deshalb eine sinnvolle Grundlage:
Anlagen erfassen: Alter, Zustand und Verbrauch dokumentieren.
Versorgungsoptionen klären: Technische Alternativen und konkrete Anschlussmöglichkeiten prüfen.
Kosten vergleichen: Investition und laufenden Betrieb gemeinsam betrachten.
Entscheidungen vorbereiten: Eigentümer frühzeitig informieren und die Finanzierung abstimmen.
Welche gesetzlichen Vorgaben heute gelten, erläutern wir in unserem separaten Beitrag zum Gebäudemodernisierungsgesetz.
Bei weiteren Fragen zum Thema Energiepreisbremse können Sie sich jederzeit gerne telefonisch oder per E-Mail an uns wenden.
Aktualisiert am 28.10.2026