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Vorurteil 1:

Elektroautos lohnen sich finanziell nicht

Elektroautos sind in der Anschaffung häufig noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Ob sich ein E-Auto finanziell lohnt, hängt jedoch nicht allein vom Kaufpreis ab.
Für einen realistischen Vergleich müssen sämtliche Kosten über die geplante Nutzungsdauer betrachtet werden. Dazu gehören:

Anschaffung und Wertverlust, Kosten für Strom beziehungsweise Kraftstoff, Wartung und Reparaturen, Versicherung und Steuern, individuelle Fahrleistung

Elektroautos besitzen weniger verschleißanfällige Bauteile als Verbrenner. Ölwechsel, Zündkerzen oder eine klassische Abgasanlage entfallen. Das kann die Wartungskosten reduzieren. Besonders interessant wird das Laden, wenn am Wohngebäude ein passender Stromtarif oder selbst erzeugter Solarstrom genutzt werden kann.
Trotzdem gilt: Ein E-Auto ist nicht automatisch in jedem Fall günstiger. Fahrzeugmodell, Strompreis, Ladeverhalten und Jahresfahrleistung entscheiden darüber, ob sich die Anschaffung finanziell auszahlt.

Faktencheck: teilweise falsch. Die Gesamtkosten können niedriger ausfallen, müssen aber für das jeweilige Modell und Nutzungsprofil berechnet werden.

Vorurteil 2:

Die Reichweite von Elektroautos ist viel zu gering

Die begrenzte Reichweite früher Elektroautos prägt die Wahrnehmung bis heute. Moderne Modelle erreichen inzwischen jedoch häufig mehrere Hundert Kilometer mit einer Batterieladung. Einzelne Fahrzeuge kommen laut WLTP sogar auf mehr als 700 Kilometer. Die tatsächliche Reichweite hängt unter anderem von der Außentemperatur, der Geschwindigkeit, dem Fahrzeuggewicht sowie vom Einsatz von Heizung oder Klimaanlage ab. Im Winter und auf schnellen Autobahnfahrten kann sie deshalb niedriger liegen als vom Hersteller angegeben. Für die meisten alltäglichen Wege ist die Reichweite aktueller E-Autos ausreichend. Wer überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, beginnt viele Fahrten zudem mit gut gefüllter Batterie. Auf Langstrecken verkürzen Schnellladepunkte die notwendigen Ladepausen.

Faktencheck: bei aktuellen Modellen überwiegend falsch. Entscheidend sind der persönliche Mobilitätsbedarf und die verfügbaren Lademöglichkeiten.

Vorurteil 3:

Es gibt nicht genügend öffentliche Ladestationen

Das öffentliche Ladenetz ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren am 1. Juli 2026 in Deutschland 155.264 Normalladepunkte und 54.341 Schnellladepunkte in Betrieb. Damit waren insgesamt rund 209.600 öffentlich zugängliche Ladepunkte gemeldet. Die regionale Verteilung und Auslastung können allerdings weiterhin unterschiedlich sein. Quelle: Bundesnetzagentur
Für Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrfamilienhäusern ist jedoch nicht nur die öffentliche Ladeinfrastruktur relevant. Besonders komfortabel ist das Laden direkt am eigenen Stellplatz. Durch skalierbare Ladelösungen können Wohnungseigentümergemeinschaften Ladepunkte bedarfsgerecht errichten und später erweitern.
Für Immobilienverwaltungen kommt es dabei auf eine frühzeitige Planung an. Netzanschluss, verfügbare Leistung, Lastmanagement, Abrechnung und spätere Erweiterungen sollten von Anfang an gemeinsam betrachtet werden. So entsteht eine Ladeinfrastruktur, die zum Gebäude und zum tatsächlichen Bedarf der Bewohner passt.
Mehr über unsere skalierbaren Ladelösungen erfahren Sie auf der Seite EHDE E-Mobilität.

Faktencheck: pauschal falsch. Das öffentliche Netz wächst kontinuierlich. In Wohnanlagen bleibt eine professionelle Planung privater Ladepunkte dennoch wichtig.

EHDE E-Mobilität

Vorurteil 4:

Die Batterieproduktion macht E-Autos umweltschädlicher

Die Herstellung von Fahrzeugbatterien benötigt Energie und Rohstoffe und verursacht Treibhausgasemissionen. Dieses E-Auto-Vorurteil besitzt daher einen wahren Kern. Für einen aussagekräftigen Vergleich muss jedoch der gesamte Lebenszyklus eines Fahrzeugs betrachtet werden – von der Herstellung über den Betrieb bis zur Verwertung. Batterieelektrische Fahrzeuge verursachen während der Nutzung keine lokalen Abgase. Über ihren gesamten Lebensweg können sie laut Umweltbundesamt bereits mit dem heutigen Strommix deutlich zur Einsparung von Treibhausgasen beitragen. Wird das Fahrzeug mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen, verbessert sich die Klimabilanz zusätzlich. Quelle: Umweltbundesamt
Trotzdem bleiben die Rohstoffgewinnung, die Größe der Batterie und das Fahrzeuggewicht wichtige Faktoren. Kleinere, effiziente Fahrzeuge benötigen weniger Ressourcen als große und schwere Modelle. Fortschritte beim Recycling und bei der Batterietechnik können die Umweltbilanz zukünftig weiter verbessern.

Faktencheck: zu kurz gedacht. Die Batterieproduktion verursacht Umweltbelastungen, doch über den gesamten Lebenszyklus schneiden Elektroautos bei den Treibhausgasemissionen in der Regel besser ab als Verbrenner.

Fazit: Ist Elektromobilität sinnvoll?

Viele Vorurteile gegenüber E-Autos stammen aus einer Zeit, in der Reichweiten geringer und Lademöglichkeiten deutlich seltener waren. Inzwischen ist Elektromobilität für zahlreiche Einsatzbereiche eine alltagstaugliche Alternative.

Ob ein Elektroauto individuell sinnvoll ist, hängt vom Fahrzeug, der Fahrleistung, den Stromkosten und den verfügbaren Lademöglichkeiten ab. Besonders attraktiv ist das Laden dort, wo Fahrzeuge ohnehin längere Zeit stehen: am Wohnort.

Für die Immobilienwirtschaft wird eine zukunftsfähige Ladeinfrastruktur deshalb immer wichtiger. Wohnungseigentümergemeinschaften, die frühzeitig ein skalierbares Gesamtkonzept entwickeln, schaffen Komfort für ihre Bewohner, vermeiden spätere Insellösungen und bereiten ihre Immobilie auf den wachsenden Bedarf an Elektromobilität vor.

Quelle: WEMAG, Aktualisiert am 13.08.2026